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 App und Smartphone

AlpsGo

Mobil mit KI: einfach, flexibel, kundenorientiert

Künstliche Intelligenz erfasst nach und nach alle Bereiche des Lebens, die Mobilität gehört dabei zu den Vorreitern – auch in der flexiblen Miete von Elektrofahrzeugen für den Alltag. Wie die KI diesen Bereich verändert, was sie erleichtert und wie sie strategisch eingesetzt werden kann, haben wir uns von Gebhard Platter, Koordinator des Südtiroler E-Carsharing-Dienstes AlpsGo, erklären lassen.

Herr Platter, die Digitalisierung hat dem Carsharing die Online-Registrierung, die Miete per App und das Smartphone anstatt des Autoschlüssels gebracht. Was haben die Nutzerinnen und Nutzer von AlpsGo nun von der KI? 
Gebhard Platter: Wir stützen uns schon bei der Registrierung auf KI, die die Online-Dokumentenprüfung bei Bedarf übernimmt. Damit kann etwa der Führerschein von Neukunden in wenigen Augenblicken geprüft und die erste Buchung dadurch sofort angetreten werden. 

Ziel des Einsatzes von KI ist also, Carsharing einfacher und zugänglicher zu machen?
Platter: Nicht nur. KI-Anwendungen betreffen etwa auch die automatische Schadenserfassung und -dokumentation. Durch stetig intelligenter werdende Sensoren im Auto können Erschütterungen als Schäden erfasst und eindeutig Fahrern zugeordnet werden. Mit der KI-Schadensdokumentation muss ein Auto auch nicht mehr aufwendig vor jeder Fahrt geprüft werden, es genügen vier Fotos vor Fahrtantritt, danach macht die Software im Hintergrund den Abgleich der Bilder und findet eventuelle Schäden.

Und wie kann KI dabei helfen, das Angebot von Carsharing-Diensten zu verbessern?
Platter: Mit KI-gestützten Prozessen kann man das Angebot nachfrageorientiert ausrichten, dazu zählen etwa dynamische Preisanpassungen, bei denen sich der Buchungspreis je nach Auslastung flexibel verändern könnte. Ebenso denkbar ist der Einsatz von KI-Anwendungen zur Bewertung der einzelnen Fahrten: Nutzerinnen und Nutzer mit weniger aggressivem Fahrstil könnten künftig belohnt werden.

Hilft KI auch bei der Bereitstellung und Verteilung der Flotte?
Platter: Ganz bestimmt. AlpsGo wird vermutlich auf ausgewählten Strecken – etwa nachts, wenn keine öffentlichen Verkehrsmittel verkehren – One-Way-Fahrten ermöglichen. KI-gesteuerte Prozesse könnten dafür sorgen, dass Stationen zeitgerecht wieder „aufgefüllt“ werden und gebuchte Fahrzeuge stets zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort bereitstehen.

Apropos „richtiger Ort“: Mit Handelskammer und Eurac sucht AlpsGo im EDIH-Projekt nach optimalen Standorten für neue E-Carsharing-Stationen …
Platter: Die Idee hinter diesem Projekt war, die Suche nach neuen Standorten strategisch zu optimieren. Dafür hat man die Verkehrsflüsse mit Faktoren wie Wohnortdichte, Arbeitsplätze, touristische Anziehungspunkte etc. in Verbindung gesetzt. Mit Hilfe von KI wurden diese Raster übereinandergelegt. Das Ergebnis sind genaue Orte, also lokale Empfehlungen für neue Stationen. 

Wie geht’s im Rahmen des EDIH-Projekts weiter?
Platter: Die Ergebnisse der Studien fließen nun in die Planung neuer Standorte ein und werden mit unseren eigenen Erfahrungswerten verknüpft – guter Sichtbarkeit, Erreichbarkeit, Beleuchtung und natürlich verfügbare Stromleistung.

Und allgemeiner: Welche KI-Zukunftsszenarien gibt es im Carsharing-Bereich? Oder – um beim Thema zu bleiben: Wohin geht die Reise?
Platter: Neue digitale Lösungen und teleoperiertes Fahren werden das Carsharing stark weiterentwickeln. Ein „ferngesteuertes“ Fahrzeug wird dabei durch einen Mitarbeiter zum Kunden gefahren, das Auto wird übergeben und am Ende der Fahrt wieder an einer virtuellen Station abgegeben. Es gibt bereits Beispiele in Europa, wo dieses Geschäftsmodell mit Erfolg umgesetzt wird, in Italien sind dazu leider noch rechtliche Hürden zu überwinden.

Info

Gebhard Platter

Gebhard Platter betreut den Aufbau des Südtiroler E-Carsharing-Angebots.

Die AlpsGo GmbH wurde 2023 von der Genossenschaft Carsharing Südtirol Alto Adige gemeinsam mit der Alperia AG gegründet, um das Carsharing in Südtirol zu elektrifizieren und weiter auszubauen. Ziel ist es, den Umstieg auf klimaschonende Mobilitätslösungen zu erleichtern und für alle zugänglich zu machen.

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