Handelskammer Bozen
Großhandelsunternehmen

Wirtschaftsbarometer Handel

Groß- und Einzelhandel laufen gut, Schwierigkeiten in der Automobilbranche

Data: 
Mittwoch, 26. März 2025
Uhrzeit: 

Bei den Südtiroler Großhandelsunternehmen herrscht Optimismus: Fast alle konnten 2024 eine zufriedenstellende Rentabilität erzielen und blicken dem Jahr 2025 zuversichtlich entgegen. Auch im Einzelhandel sind sowohl die Einschätzungen für das vergangene Jahr als auch die Erwartungen für 2025 insgesamt positiv, allerdings mit erheblichen Unterschieden zwischen den einzelnen Branchen. Dies geht aus der Frühjahrsumfrage des Wirtschaftsbarometers vom WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen hervor.

Trotz stagnierender Umsätze bleibt das Geschäftsklima im Südtiroler Großhandel insgesamt positiv. Mehr als neun von zehn Unternehmen geben an, mit der im Jahr 2024 erzielten Rentabilität zufrieden zu sein und auch die Erwartungen für 2025 sind gut. Die Unternehmen rechnen heuer mit einer Erholung der Umsätze und einem fast immer zufriedenstellenden, oft sogar guten Betriebsergebnis. Der Optimismus überwiegt eindeutig bei den Großhändlern von Baustoffen, von Haushaltsgeräten und Elektronik sowie in der Maschinen- und Anlagenbranche. Dagegen ist das Geschäftsklima bei den Handelsagent/innen und Vertreter/innen verhalten: Über ein Viertel von ihnen rechnet heuer mit einem Umsatzrückgang und einer unbefriedigenden Ertragslage.

Ertragslage im Großhandel

Im Einzelhandel ist das Geschäftsklima je nach Branche sehr unterschiedlich. Die Lebensmittelhändler/innen und die Betreiber von Supermärkten, Mini-Märkten und Kaufhäusern sind mit der Ertragslage im Jahr 2024 besonders zufrieden. Diese Unternehmen berichten von einem Umsatzwachstum im vergangenen Jahr, das sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen dürfte. Die bescheidensten Bewertungen zum Geschäftsjahr 2024 sind hingegen im Wanderhandel und in der Kosmetik- und Pharmabranche zu beobachten. Für das Jahr 2025 gehen die Einzelhändler/innen von einem Umsatzwachstum aus, auch aufgrund der Erhöhung der Verkaufspreise, die zum Ausgleich der stark gestiegenen Kosten erforderlich ist. Insgesamt erwarten heuer 90 Prozent der Einzelhändler/innen eine (zumindest) zufriedenstellende Ertragslage.

Die Unternehmen im Kfz-Handels- und Reparaturgewerbe haben ihre Bewertungen bezüglich des Geschäftsjahres 2024 im Vergleich zur Herbstumfrage verbessert, gleichzeitig aber die Aussichten für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Insbesondere erwartet heuer die Branche trotz der erneuten Erhöhung der Verkaufspreise einen Umsatzrückgang. Die Rahmenbedingungen werden weiterhin schwierig sein und die Unternehmen werden voraussichtlich die Investitionen reduzieren müssen, um angemessene Rentabilitätsmargen zu erhalten.

Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, kommentiert: „Angesichts der Handelsspannungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten wird Südtirols Brückenfunktion auf der Brennerachse noch wichtiger. Die Beseitigung aller Hindernisse für den freien Warenverkehr muss zu einer Priorität für die europäischen Länder werden.“

Nachfolgend die Stellungnahmen der Vertreter der Wirtschaftsverbände:

Elena Messina Bonaldi, Präsidentin Verband der Selbständigen Südtirol (Confesercenti)
„Die chaotische Situation, die durch die Ankündigungen des US-Präsidenten Trump bezüglich der Einführung von Zöllen entstanden ist, kann die Unternehmen nur beunruhigen, insbesondere diejenigen, die stark auf den Export ausgerichtet sind. Dieses angespannte Klima spiegelt sich in allen Sektoren wider, vor allem aber in denjenigen, die bereits eine Verlangsamung des Geschäfts erfahren, wie der Einzelhandel und der Wanderhandel.“

Philipp Moser, Präsident Wirtschaftsverband hds
„2024 wurden über E-Commerce-Plattformen rund 4,6 Milliarden Pakete Billigware mit einem Wert unter 22 Euro in die EU importiert, etwa 90 Prozent davon aus China. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen bei Produktsicherheit, Verbraucherschutz und fairen Wettbewerbsbedingungen. Es braucht Maßnahmen für den fairen Wettbewerb mit Drittstaaten. Die ständigen Regelbrüche müssen ein Ende haben. Diese Plattformen sind sofort zu verbieten, solange sie sich nicht an die europäischen Regeln halten.“

Kontakt

WIFO - Institut für Wirtschaftsforschung

0471 945 708