Camera d commercio di Bolzano
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Steigende Energiepreise

Sorge bei Unternehmen
Data:  Maggio 2026

Die Frühjahrsausgabe des Wirtschaftsbarometers des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung zeigt, dass nach einem positiven Jahr 2025 nun die Sorge über steigende Energie- und Kraftstoffpreise wächst.

Im Vergleich zur vorherigen Erhebung im Herbst zeigt die aktuelle Ausgabe des Wirtschaftsbarometers eine Verbesserung der Einschätzungen der Südtiroler Unternehmen hinsichtlich der Ertragslage im Jahr 2025. Diese wird nun von mehr als neun von zehn Betrieben als zufriedenstellend bewertet. Der Ausbruch des Krieges im Iran und dessen unmittelbare Auswirkungen auf die Energiepreise sorgen jedoch für Unsicherheit hinsichtlich der kommenden Monate. Das WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen schätzt für 2025 einen Anstieg des Südtiroler BIP um 1,1 Prozent. Für 2026 könnte das Wachstum zwischen 0,5 und 0,9 Prozent liegen, abhängig von der Dauer und der Entwicklung des Krieges im Nahen Osten.

Südtiroler Wirtschaft

Die wirtschaftliche Entwicklung in Südtirol hat sich im letzten Teil des vergangenen Jahres leicht beschleunigt. Entsprechend haben sich die Einschätzungen der Unternehmen zur Rentabilität im Jahr 2025 verbessert. Diese wird nun in 92 Prozent der Fälle als befriedigend bewertet. Das vergangene Geschäftsjahr war durch ein Umsatzwachstum gekennzeichnet, vor allem für größere Unternehmen. Besonders deutlich stieg das Geschäftsvolumen bei den landwirtschaftlichen Genossenschaften, im Großhandel und im Dienstleistungssektor, aber auch die Bereiche Verkehr, Gastgewerbe, Einzelhandel und das Verarbeitende Gewerbe verzeichneten ein deutliches Plus. Die Investitionen sind leicht gestiegen, vor allem was die Anschaffung von Fahrzeugen betrifft. Der Arbeitsmarkt hat sich weiterhin positiv entwickelt: 2025 gab es in Südtirol durchschnittlich rund 235.200 unselbstständig Beschäftigte, mit einem Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ging auf 1,8 Prozent zurück.

Die Erwartungen für 2026 werden durch die unsichere Lage im Nahen Osten gedämpft. Diese hat zu starken Preisanstiegen bei Kraftstoffen und Energie geführt. Nach Angaben der befragten Unternehmen dürfte der Umsatz in den kommenden Monaten weiter steigen, allerdings auch aufgrund notwendiger Preiserhöhungen, um den Kostenanstieg zumindest teilweise auszugleichen. Die Rentabilitätsaussichten bleiben positiv, zeigen jedoch einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr: Der entsprechende WIFO – Geschäftsklimaindex sinkt von +28 Punkten für 2025 auf +20 Punkte für 2026. Die große Ungewissheit und Besorgnis aufgrund der Nahost-Krise wird sich auch auf die Investitionstätigkeit auswirken, die voraussichtlich stagnieren wird.

Geschäftsklima in der Südtiroler Wirtschaft

Internationale Wirtschaft

In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 haben der Waffenstillstand im Palästina-Konflikt und die teilweise Senkung der Handelszölle durch die Vereinigten Staaten infolge von Abkommen mit verschiedenen Ländern der internationalen Wirtschaftslage eine Atempause verschafft.

Die jüngsten Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das vergangene Jahr zeigen ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,3 Prozent. Das BIP der Vereinigten Staaten profitierte von massiven öffentlichen und privaten Investitionen im Zusammenhang mit der Entwicklung der künstlichen Intelligenz und der Rüstungsindustrie und verzeichnete einen Anstieg von 2,1 Prozent.

Entwicklung in Europa

Auch die Schätzung zum Wachstum der Eurozone wurde für 2025 nach oben korrigiert und liegt nun bei 1,4 Prozent. Was das Jahr 2026 betrifft, so prognostizierte die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer jüngsten, im März veröffentlichten Prognose, einen Anstieg des BIP der Eurozone um 0,9 Prozent.

Der Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran und der damit verbundene Anstieg der Energiepreise führen jedoch zu einer Konjunkturabschwächung in Europa, deren Ausmaß von der weiteren politischen Entwicklung abhängen wird.

Schwaches Wachstum in Italien

Trotz der positiven Entwicklung des BIP im vierten Quartal wuchs die italienische Wirtschaft im Jahr 2025 nur um 0,5 Prozent. Da das Defizit im Verhältnis zum BIP bei 3,1 Prozent lag, wird Italien 2026 nicht aus dem europäischen Defizitverfahren entlassen. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bleibt hingegen positiv: Im Januar 2026 lag die Beschäftigungsquote bei 62,6 Prozent, während die Arbeitslosenquote mit 5,1 Prozent einen neuen Tiefstand erreichte. Für 2026 prognostizierte der Internationale Währungsfonds im Januar ein Wachstum des italienischen BIP von 0,6 Prozent. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Konflikt im Nahen Osten jedoch in den kommenden Monaten zu einer Korrektur der Prognosen nach unten führen.

Südtiroler Bruttoinlandsprodukt

Für das Jahr 2026 werden die Auswirkungen des Krieges im Iran auf die Konjunktur in Südtirol vor allem von der Entwicklung der Energie- und Kraftstoffpreise und den daraus resultierenden inflationären Effekten abhängen, die den Konsum und die Exporte bremsen könnten.

Die große Ungewissheit wird sich zudem negativ auf die Investitionsentscheidungen der Unternehmen auswirken. Unter der Annahme, dass die Kampfhandlungen im Iran bis zum Sommer eingestellt werden, dürfte das BIP-Wachstum zwischen 0,5 und 0,9 Prozent liegen.

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